Die Sanierung im Gemeindehaus Oberkleen geht weiter

Im evangelischen Gemeindehaus Oberkleen ist die Sanierung im Rahmen des zweiten Bauabschnitts voll im Gange. 200.000 Euro aus den Rücklagen der Kirchengemeinde werden dabei investiert, im Mai sollen die Arbeiten, die Ende Januar begannen, beendet sein. Gemeinsam mit Inge Michel, Elke Imort und Achim Söhngen vom Förderverein der St. Michaeliskirche Oberkleen stellte Pfarrer Michael Ruf die aktuellen Baumaßnahmen vor.

Vor der Südfassade des Gemeindehauses mit den neuen Fenstern (v. l.):
Inge Michel, Elke Imort, Michael Ruf und Achim Söhngen

Die Arbeiten fanden bislang weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit statt, denn wegen Corona dürfen auch im Gemeindehaus seit Monaten keine Veranstaltungen ausgerichtet werden. „Die Leute bekommen es deshalb nicht so mit, darum ist es uns ein Anliegen, öffentlich zu machen, dass hier etwas passiert, denn wegen Corona ist die Aufmerksamkeit im Dorf momentan geringer“, weiß Achim Söhngen. „Bereits im vergangenen Dezember wurde die bisherige Ölheizung auf Wärmepumpenbetrieb umgestellt, sie funktioniert jetzt komplett elektrisch, es gibt keine Abgase mehr“, informierte der Pfarrer. Der nun leerstehende Tankraum kann zukünftig als Lagerraum genutzt werden. Auch neue Heizkörper, passend zur neuen Heizung, werden installiert. Im Erd- und auch im Untergeschoss, wo sich ein Versammlungsraum befindet, wurden neue Fenster eingebaut. „Im ganzen Haus wird die Elektroanlage modernisiert. Auch die Neugestaltung des großen Saales im Erdgeschoss ist im vollen Gange. Hier und im Flur wird die Decke erneuert, eine zeitgemäße Beleuchtung wird installiert und die Räume werden schließlich frisch verputzt und gestrichen“, erläuterte Michael Ruf. „Auch der Küchenbereich wird neugestaltet“, ergänzte Inge Michel als Vorsitzende des Fördervereins. Alles werde nach Energiemaßnahmenstandards ausgerichtet, man erwarte Fördergelder in Höhe von rund 25.000 Euro.

Blick in den großen Saal des Gemeindehauses,
wo Pfarrer Michael Ruf im Gespräch mit einem Handwerker ist

Bereits im ersten Bauabschnitt, der im Herbst 2019 startete, waren rund 110.000 Euro investiert worden, von denen die Kirchengemeinde 70.000 Euro und der Förderverein 40.000 Euro übernahmen. Seinerzeit wurde das Dach umfangreich saniert. Der Förderverein hatte bereits seit 2004 für die Sanierung gesammelt und gespart. „Die beachtliche Summe von 40.000 Euro resultierte im Wesentlichen aus Spendengeldern und den Erlösen verschiedener Veranstaltungen, beispielsweise der vorweihnachtlichen traditionellen ‚Adventszauber‘ auf dem Platz vor dem Gemeindehaus“, erinnerte Elke Imort. Nun möchte der Förderverein Spendengelder für die neue Küche sammeln, denn dort fehlen einige Möbel und Geräte.

„Das Sanierungskonzept ist so angelegt, dass wir Schritt für Schritt vorgehen können“, erklärte Michael Ruf. Damit besteht die Möglichkeit, jede Sanierungsmaßnahme erst zu beauftragen, sobald die Finanzierung dafür gesichert ist. Im Rahmen des noch ausstehenden dritten Bauabschnitts sollen schließlich noch die Sanitärräume im Untergeschoss und die übrigen Räumlichkeiten im Untergeschoss renoviert werden. „Für diesen dritten Bauabschnitt werden wir noch ein Gesamtkonzept entwickeln“, sagte der Pfarrer. Dabei soll insbesondere der Versammlungsraum, der sich schon jetzt durch die neuen großen Fenster hell und freundlich präsentiert, aufgewertet werden, um zukünftig beispielsweise auch für den Konfirmandenunterricht genutzt zu werden. Der dritte Bauabschnitt soll jedoch frühestens 2022 umgesetzt werden, gegebenenfalls auch später, „das hängt ganz von der Finanzierung ab“, erklärte Achim Söhngen.

Das evangelische Gemeindehaus wurde 1972 in unmittelbarer Nähe der Sankt Michaeliskirche erbaut. Ursprünglich stand auf diesem Grundstück das alte Schulgebäude. In den neunziger Jahren wurde es durch einen Windfang mit einer behindertengerechten Toilette erweitert. Es befand sich vor der Sanierung in den meisten Bereichen noch im Zustand der Bauzeit aus Anfang der siebziger Jahre. Das Haus in der Ortsmitte wurde in den nahezu 50 Jahren vielfältig für Feiern und Veranstaltungen genutzt. Von Geburten über Konfirmation, Hochzeiten, runden Geburtstagen bis hin zu Trauerfeiern stand das Gemeindehaus für alle Bürger konfessionsübergreifend zur Verfügung. Die Oberkleener Ortsvereine nutzen das Gebäude ebenso für ungezählte Mitgliederversammlungen und Übungsstunden, auch die politischen Gremien der Gemeinde Langgöns hielten zahlreiche Sitzungen in dem Gebäude ab. Die jahrzehntelange Nutzung erforderte nun eine umfangreiche und schrittweise Sanierung, um auch für die nächsten Jahrzehnte ein weiterhin intaktes und aktives Miteinander in und für Oberkleen zu gewährleisten.

Spenden für das neue Inventar der sanierten Küche bitte an:

Förderverein der St. Michaelis Kirche Oberkleen e.V.
Volksbank Mittelhessen eG
IBAN: DE32 5139 0000 0005 0305 01

Text und Fotos: Imme Rieger


Weitere Bilder der Sanierungsarbeiten:


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