Elisabeth Tunkowski – 50 Jahre Dienst an der Orgel in Oberkleen


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Seit fünfzig Jahren begleitet Elisabeth Tunkowski unsere Gottesdienste in Oberkleen an der Orgel. Am 2. Januar 2011 dankte Pfarrer Michael Ruf in einem auch vom Frauenchor festlich gestalteten Gottesdienst für ihren langjährigen Dienst.

Liebe Frau Tunkowski, unglaublich lange 50 Jahre versehen Sie Ihren Dienst an der Orgel der Oberkleener St. Michaelis Kirche. Am ersten Sonntag des Jahres 1961, es war der Neujahrstag, haben Sie zum ersten Mal in offizieller Mission den Gemeindegottesdienst mit Ihrem Orgelspiel begleitet.

Ernst Knorz, unserem langjährigen Kirchmeister, ist es zu verdanken, dass Ihr Talent für die Musik entdeckt wurde. Er hat Ihnen schon in jungen Jahren das Spielen auf dem Harmonium beigebracht. Und Ihre Mutter hat dafür gesorgt, dass Sie auch fleißig geübt haben. 1957 haben Sie ein Jahr lang bei Kantor Karl-Wolfgang Schäfer in der Unteren Stadtkirche in Wetzlar Orgelunterricht bekommen. Aber erst als Not am Mann war und sich abzeichnete, dass Lehrer Weller, der zuvor über 50 Jahre lang die Orgel in Oberkleen gespielt hatte, seinen Dienst aufgeben würde, wurden Sie vom Presbyterium gefragt und haben Ja gesagt.

Sie haben mir erzählt, dass es Ihnen anfänglich schwer gefallen ist, diesen Dienst zu tun, besonders im Winter im Dunkeln nach Feierabend in der kalten Kirche zu üben. Doch Sie waren fleißig, haben ständig dazugelernt und schließlich 1973 den kirchlichen „Befähigungsnachweis“ für Orgelspiel und Chorleitung erbracht.

Apropos Chorleitung. Wir blicken heute nicht nur auf Ihren 50-jährigen Dienst als Organistin zurück. Auch in der Chorleitung haben Sie sich über Jahrzehnte bewährt. Seit 1972 bis heute leiten Sie den Frauenchor unserer Kirchengemeinde, in den Anfangsjahren noch gemeinsam mit Frauen aus Ebersgöns. Von 1977 an waren in Oberkleen Männer dabei. Den Ebersgönser Frauenchor leiteten Sie bis 1993, den Gemischten Chor Oberkleen bis 2005. Daneben haben Sie auch den Ostdeutschen Singkreis in Niederkleen einige Jahre (2000 – 2007) angeleitet und selbst in verschiedenen Kantoreien mitgesungen. Übrigens sind Sie seit 1989 auch Mitarbeiterpresbyterin in Oberkleen.

Als ich Sie gefragt habe, was Ihnen das Orgelspiel bedeutet, sagten Sie: „Es ist für mich wie ein Gebet.“ Das habe ich in den vielen Jahren, die wir beide zusammen arbeiten, gespürt, dass Ihr Orgelspiel nicht nur eine Dienstleitung ist, die Sie für uns gegen Geld erbringen. Vielmehr ist ihr Dienst an der Orgel Gottes-Dienst.

Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.“ (1. Korinther 12, 4-6) Von Ihren Gaben und deren Wirken durften wir hier in Oberkleen, aber auch in Ebersgöns und vielen anderen Nachbargemeinden lange und reichlich profitieren. Dafür danke ich Ihnen von Herzen. Ich wünsche mir, dass Ihnen von Gott noch viel Kraft geschenkt wird, so dass Sie Ihren Dienst weiter tun können, denn wir wollen Sie heute nicht verabschieden, sondern Station machen, innehalten, um danach gestärkt weiter zu machen – so Gott will und wir leben noch lange gemeinsam.

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Pfarrer Michael Ruf dankte „seiner“ Organistin Elisabeth Tunkowski. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es im Gemeindehaus Oberkleen einen gut besuchten Empfang,

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bei dem der Frauenchor, an diesem Tag stellvertretend von Hannelore Hepp geleitet, die Jubilarin mit zwei Liedern erfreute

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und Joachim Eichhorn als Kreiskantor Elisabeth Tunkowski zu ihrem Jubiläum gratulierte und für den langen Atem dankte, um über einen so langen Zeitraum als Kirchenmusikerin dem Lob Gottes zu dienen.